Dienstag, 7. Juni 2011
Ostern war doch schon?!
Das ist ja immer so: entweder es passiert wochenlang nichts von Bedeutung, oder alles auf einmal.
So fand ich am letzten Wochenende plötzlich ein Gelege von 11 Eiern in einem meiner Terrarien - wohlgemerkt der Behausung von zwei Kornnatterdamen, wie ich jedenfalls dachte. Nach 5 Jahren völlig eiloser Wohngemeinschaft!
Weibchen können zwar auch ohne Männchen hin und wieder Eier legen, die dann unbefruchtet sind, aber merkwürdigerweise sehen 7 der 11 Eier absolut gesund und vital, also befruchtet, aus.
Was bedeutet, das meine kleine Tetris wohl tatsächlich mein kleiner Tetris heissen muss (wie gut, dass 'Tetris' nicht wirklich ein geschlechtsbestimmender Name ist).

Endgültige Klarheit werde ich wohl erst in 2 Monaten haben, wenn sich zeigt, ob tatsächlich etwas schlüpft.
Denn die Eier zu entsorgen habe ich nicht fertig gebracht, zumal das arme Muttertier durch diese Aktion mal locker 40 % ihres für eine Nachzucht eigentlich viel zu geringen Körpergewichts eingebüsst hat, und ich nicht mal weiss, ob sie sich von den Strapazen erholt.
Nun heisst es in den nächsten Wochen hoffen und päppeln, damit sie wieder auf die Beine kommt (naja....vielleicht nicht so treffender Ausdruck, aber Ihr wisst schon, was ich meine).

So war ich also von einem Tag auf den anderen ganz gut beschäftigt, mit Brutsubstrat sterilisieren, Eierinkubator aufbauen, Kraftfutter besorgen und ähnlichem.
Bei der erwarteten Inkubationsdauer von 60 Tagen fällt der Schlupftermin natürlich exakt auf das WACKEN-Festival Wochenende! Grossartig. Genau wie vor 5 Jahren, als ich mein erstes Gelege ausgebrütet habe. Damals hat es gerade so gepasst, und die kleinen sind 2 Tage nach meiner Rückkehr geschlüpft.
Mal schauen, wie das dieses Jahr wird. Ich habe schon die Inkubationstemperatur etwas gesenkt, damit sich die kleinen hoffentlich ein wenig länger mit dem Schlüpfen Zeit lassen.

Nun bin ich also ein bisschen hin- und hergerissen zwischen Freude und Besorgnis. Einerseits freu ich mich drauf, wieder ein paar kleine Schnürsenkel auf die Welt kommen zu sehen, aber andererseits beschäftigt mich natürlich das Wohlergehen des Muttertiers, wie ich die Trennung der beiden Eltern bewerkstellige, damit das nicht nochmal passiert (NOCH ein Terrarium?), der Restzweifel, ob die Eier wirklich befruchtet sind, und auf längere Sicht natürlich das Problem, wie ich die eventuellen Nachzuchten abgegeben bekomme. Das war bei meiner letzten Nachzucht in Deutschland schon nicht ganz einfach wegen der Marktüberschwemmung durch junge Kornnattern. In Dänemark wird es vermutlich noch schwieriger, Abnehmer zu finden. Aber okay, eins nach dem anderen: one step at a time. :-)

In diesem Sinne viele Grüsse aus der Brut-stube.

Ein ganzer Haufen Überraschungseier!

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Montag, 6. Juni 2011
Tortenguss, Spargel und Charlie Chaplin
Da wollte ich nun die Tage einen schönen Erdbeerkuchen backen und den Kollegen auf der Arbeit mitbringen.
Weil ich noch so viel anderes zu tun hatte, hab ich noch mitten in der Nacht den Boden gebacken, und morgens in der Früh sollten dann die Erdbeeren drauf.
Wer kommt denn schon auf die Idee, dass es in diesem Lande so etwas wie Tortenguss nicht gibt....?
Nach 3 verschiedenen Supermärkten hatte ich frustriert aufgegeben, und die Stunde war auch schon so fortgeschritten, dass ich in meiner Not nur eine Packung Gelatinepulver erstehen konnte.
Aber wie soll man den bitteschön flüssige Gelatine auf einen Erdbeerkuchen draufdiskutieren? (Man muss dazu wissen, dass ich zwar sehr gerne mal koche und backe, aber nicht gerade besonders "advanced".
Beim ersten Versuch gelierte mir der Kram noch bevor ich überhaupt in die Giessbewegung übergehen konnte, und beim zweiten Mal war alles so flüssig, dass es in den schönen Tortenboden einzog, anstatt meine Erdbeeren zu bedecken.
Letzlich war der Kuchen zwar immernoch lecker, aber die Erdbeeren purzelten beim Schneiden fröhlich in alle Himmelsrichtungen.
Wär ich doch nur gleich auf die rettende Idee gekommen: ALDI!
Eine Woche nach dem Erbeerkuchen-Fiasko kam ich zufällig in einen ALDI Markt (liegt sonst nicht in meiner Einflugschneise) und was seh ich: Tortenguss - 3er Pack, rot und klar, der Gute von Albona! Da hätte ich auch wirklich früher drauf kommen können...
ALDI ist jetzt sowieso mein wiederentdecktes Einkaufsparadies. Es gibt dort so viele Sachen, die man sonst einfach nicht bekommt, auch nicht in den grössten Märkten:
vernünftige Haribo-Sachen (mit nicht so viel Lakritze), ordentliche Schinkenwürfel, richtige Mortadella, Apfelschorle, H-Milch und - haltet Euch fest - sogar grobe Teewurst nach Rügenwalder Art!!!
Ich wette, es gibt dort auch Löffelbisquits, nach denen ich gestern vergeblich in mehreren dänischen Supermärkten gesucht habe.

Hach ja, das kleine bisschen Heimat ist hier allerdings ziemlich verpönt - was eigentlich ganz gut ist, denn im ALDI kann man sogar Samstags vormittags ganz in Ruhe einkaufen, während bei SuperBrugsen oder Føtex sich halb Aarhus auf einmal durch die Gänge schiebt.

Dann war ich vor ein paar Wochen Spargel kaufen, für ein traditionell deutsches Spargelessen mit den Freunden aus aller Welt. Es gab genau EINEN Stand auf dem Markt, wo es überhaupt weissen Spargel gab (die stehen hier alle auf den grünen), und da lagen ungefähr 6 Stangen auf dem Tisch.
Auf meine Nachfrage, ob sie auch noch mehr hätten, bejahte die junge Dame und fragte, wieviel ich denn bräuchte. "Na, so 3 1/2 Kilo müssten's schon sein", meinte ich, woraufhin das Mädel mich ansah, als hätte ich ihr gerade erzählt, dass ich zum Nachtisch gerne noch ihren Hund verspeisen würde.
Aber dann packte sie brav Bündel für Bündel in 2 grosse Tüten und freute sich über den Reibach, denn der Spass kostete mich schlappe 6.70 EUR das Pfund.
Naja, ich muss allerdings eingestehen, dass es fantastisch geschmeckt hat, also hat sich die Investition durchaus gelohnt.

Als letztes erwähnenswertes Erlebnis war ich in einer Vorstellung des Films "Citylights" von und mit dem grossartigen Charlie Chaplin, live begleitet vom Aarhus Sinfonieorchester. Es war fantastisch, und auch nach über 70 Jahren einfach zum Wegschmeissen komisch!

In diesem Sinne, schmunzelnde Grüsse!

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Montag, 11. April 2011
Noch nie probiert
Moin moin,

weil mir gerade schon wieder eine sprachliche Lustigkeit eingefallen ist, kommt hier schon wieder ein Eintrag.

Ihr kennt ja die Wendung im Deutschen: "Das ist mir noch nie passiert." Man könnte zum Beispiel sagen: "Gestern stand ich an der Kasse im Supermarkt und hatte mein Geld vergessen. Das ist mir vorher noch nie passiert."
Oder: "Ich bin überfallen worden und meine Kamera ist weg. Sowas ist mir noch nie passiert."
Auf alle Fälle verwenden wir diese Wendung, wenn etwas eher unabsichtlich oder unvoraussehbar passiert.

Nun, auf Dänisch sagt man: "Det har jeg aldrig prøvet før", also wörtlich übersetzt: "Das hab ich noch nie (aus)probiert."
Irgendwie muss ich immer schmunzeln, wenn ich diese Wendung höre, weil es für deutsche Ohren impliziert, dass man selbst aktiv am Geschehen beteiligt ist, sich also freiwillig darauf einlässt, etwas auszuprobieren.
Stellt Euch nur die obigen Aussagen vor:
"Gestern stand ich an der Kasse im Supermarkt und hatte mein Geld vergessen. Das hatte ich noch nie probiert." Oder:
"Ich bin überfallen worden und meine Kamera ist weg. Das hab ich noch nie ausprobiert."

Ich muss da immer irgendwie an "Jackass" denken, wo diese gestörten Jungs sich ständig absichtlich in abstrus gefährliche Situationen bringen...
Aber nicht dass noch jemand denkt, die Dänen wären so. Nein, das ist einfach nur eine der vielen sprachlichen Wunderlichkeiten unserer Nachbarn. Und sie haben ja hier genausoviele Dinge im Deutschen, über die sie sich kaputtlachen könnten.

In diesem Sinne, ich probiere es eher selten aus, zu spät zu Meetings zu kommen, also muss ich jetzt los. :-)

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