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Donnerstag, 21. Juli 2011
Århus Favourites - Teil II: Åboulevarden
Donnerstag, 21. Juli 2011
"Åboulevarden" oder "Der Åboulevard" liegt im Herzen der Innenstadt und ist - besonders an warmen Sommerwochenenden - Inbegriff des pulsierenden Århuser Stadtlebens (also, jedenfalls, wenn es denn mal pulsiert, dann hier!)
Im Zentrum des Boulevards fließt ein kleiner, eigentlich recht unscheinbarer Kanal, die (oder der) 'Århus Å', an dessen Ufer sich Cafés, Bars und Restaurants aneinander reihen.
Zwei "Hauptadern" der Fußgängerzone kreuzen den Kanal, und von beiden Brücken hat man einen schönen Blick über das muntere Treiben entlang der Kanalufer.
Tagsüber sitzen die Leute draußen vor den Cafés in der Sonne, und abends oder bei kühlerem Wetter mummelt man sich mit einer Fleecedecke unter die Gasheizungs-Schirmchen.
Wer Lust auf wirklich italienische Pizza oder Pasta hat, ist im "Grappa" oder dessen kleinem und etwas weniger lauten Bruder "Piccolo Grappa" gut aufgehoben.
Einige Cocktailbars und Bierkneipen mit Livemusik sorgen am Wochenende für ein ordentliches Party-Angebot, solange der Geldbeutel und das Durchhaltevermögen mitspielen. Eine Bar mit dem schönen Namen "Herr Bartels" beherbergt angeblich den längsten Tresen der Stadt und ist für ziemlich unberechenbare Cocktails gefürchtet: je nach dem, an welchen der Barkeeper (übrigens die bestaussehendsten der Stadt ;-)) man gerade gerät, kann man am Abend auf 6 Cocktails ohne grösseren Effekt (vom Finanziellen mal abgesehen), oder nur auf 2 1/2 inclusive Vollrausch kommen. Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen, "Zombie", "Passion Pornstar" oder "Weeping Jesus" nur mit äußerster Vorsicht, und vor allem nicht unbedingt in Kombination miteinander auszuprobieren. Obwohl das Lustigste ja eigentlich eh immer der Bestellvorgang an sich ist: "I'd like to have a Passion Pornstar, please."
Am "Morgen danach" kann man sich dann ein schönes Brunch im Cross Café gönnen.
Ein Blick über den Åboulevard und ein gemütliches Käffchen am Kanal sollten also auf keinen Fall bei einem Århusbesuch fehlen!
Im Zentrum des Boulevards fließt ein kleiner, eigentlich recht unscheinbarer Kanal, die (oder der) 'Århus Å', an dessen Ufer sich Cafés, Bars und Restaurants aneinander reihen.
Zwei "Hauptadern" der Fußgängerzone kreuzen den Kanal, und von beiden Brücken hat man einen schönen Blick über das muntere Treiben entlang der Kanalufer.
Tagsüber sitzen die Leute draußen vor den Cafés in der Sonne, und abends oder bei kühlerem Wetter mummelt man sich mit einer Fleecedecke unter die Gasheizungs-Schirmchen.
Wer Lust auf wirklich italienische Pizza oder Pasta hat, ist im "Grappa" oder dessen kleinem und etwas weniger lauten Bruder "Piccolo Grappa" gut aufgehoben.
Einige Cocktailbars und Bierkneipen mit Livemusik sorgen am Wochenende für ein ordentliches Party-Angebot, solange der Geldbeutel und das Durchhaltevermögen mitspielen. Eine Bar mit dem schönen Namen "Herr Bartels" beherbergt angeblich den längsten Tresen der Stadt und ist für ziemlich unberechenbare Cocktails gefürchtet: je nach dem, an welchen der Barkeeper (übrigens die bestaussehendsten der Stadt ;-)) man gerade gerät, kann man am Abend auf 6 Cocktails ohne grösseren Effekt (vom Finanziellen mal abgesehen), oder nur auf 2 1/2 inclusive Vollrausch kommen. Aus eigener Erfahrung kann ich empfehlen, "Zombie", "Passion Pornstar" oder "Weeping Jesus" nur mit äußerster Vorsicht, und vor allem nicht unbedingt in Kombination miteinander auszuprobieren. Obwohl das Lustigste ja eigentlich eh immer der Bestellvorgang an sich ist: "I'd like to have a Passion Pornstar, please."
Am "Morgen danach" kann man sich dann ein schönes Brunch im Cross Café gönnen.
Ein Blick über den Åboulevard und ein gemütliches Käffchen am Kanal sollten also auf keinen Fall bei einem Århusbesuch fehlen!
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Montag, 18. Juli 2011
Århus Favourites - Teil I: Riis Skov
Montag, 18. Juli 2011
Ich fange mal mit dem kleinen Stadtwäldchen gleich nördlich des Hafens an: dem Riis Skov.
Er gehört definitiv zu meinen Lieblingsplätzen in der Stadt. Es ist ein kleiner (80 ha), ziemlich alter Laubwald, der wie ein Keil zwischen dem Meer und den nördlich an das Zentrum anschliessenden Stadtteilen Trøjborg und Marienlund liegt. Die dem Meer zugewandte Ostseite liegt an einem steilen Hang, und oben gibt es einen Kammweg parallel zur Küste, von dem man einen wunderbaren Ausblick über die Århusbucht und den der Innenstadt vorgelagerten Hafen hat (mit Ausnahme des Sommers, wo man manchmal etwas Schwierigkeiten hat, all das Laub mit dem Blick zu durchdringen).
Im Frühjahr machen sich Buschwindröschen und Bärlauch in großflächigen Matten den Waldboden streitig, und die riesigen Buchen knarzen immer ein bisschen im Wind, der ja hier fast immer weht.
Eine komplette Umrundung des Riis Skov umfasst knapp 5 km, womit es der perfekte Läuferwald ist. Einige scharfe Steigungen sorgen da je nach Routenwahl für ordentliche Hüpfer in der Herzfrequenz. Der Wald ist immer voll mit Läufern, auf einer Runde begegnet man mindestens 20 anderen. Mit meiner Uhrzeigersinn-Strategie fahre ich allerdings immernoch gut, denn die meisten laufen konsequent gegen den Uhrzeigersinn - in der Gegenrichtung hat man meist seine Ruhe davor, ständig überholt- oder 'gejagt' zu werden.
Am südlichen Ende des Waldes hat die Stadt sogar ein kleines Freiluft-Fitnessstudio errichtet, wo man sich zwischen den Laufrunden mit sit-ups, butterfly und lat-ziehen vergnügen kann. Diese Geräte sind auch tatsächlich nach nunmehr über einem Jahr noch intakt und scheinen vom Vandalismus weitgehend verschont zu bleiben - was mich immer wieder erstaunt.
An der Seeseite unterhalb des Steilhanges verläuft ein breiter Weg für Radfahrer und Fußgänger, eine der Hauptachsen zwischen dem Zentrum und dem nördlichen Teil der Stadt.
An diesem Weg steht auch der "Schnullerbaum" - ein Baum, der über und über mit Baby-Schnullern behängt ist. Die Kinder kommen dorthin und liefern feierlich ihre Nuckis ab, wenn sie sie nicht mehr brauchen. Sehr niedliche Szenen, die dort zeitweise zu beobachten sind.
Ich habe bisher noch nicht weiter als 5 Minuten weg vom Riis Skov gewohnt - und kann mir das auch gar nicht so recht vorstellen.
Er gehört definitiv zu meinen Lieblingsplätzen in der Stadt. Es ist ein kleiner (80 ha), ziemlich alter Laubwald, der wie ein Keil zwischen dem Meer und den nördlich an das Zentrum anschliessenden Stadtteilen Trøjborg und Marienlund liegt. Die dem Meer zugewandte Ostseite liegt an einem steilen Hang, und oben gibt es einen Kammweg parallel zur Küste, von dem man einen wunderbaren Ausblick über die Århusbucht und den der Innenstadt vorgelagerten Hafen hat (mit Ausnahme des Sommers, wo man manchmal etwas Schwierigkeiten hat, all das Laub mit dem Blick zu durchdringen).
Im Frühjahr machen sich Buschwindröschen und Bärlauch in großflächigen Matten den Waldboden streitig, und die riesigen Buchen knarzen immer ein bisschen im Wind, der ja hier fast immer weht.
Eine komplette Umrundung des Riis Skov umfasst knapp 5 km, womit es der perfekte Läuferwald ist. Einige scharfe Steigungen sorgen da je nach Routenwahl für ordentliche Hüpfer in der Herzfrequenz. Der Wald ist immer voll mit Läufern, auf einer Runde begegnet man mindestens 20 anderen. Mit meiner Uhrzeigersinn-Strategie fahre ich allerdings immernoch gut, denn die meisten laufen konsequent gegen den Uhrzeigersinn - in der Gegenrichtung hat man meist seine Ruhe davor, ständig überholt- oder 'gejagt' zu werden.
Am südlichen Ende des Waldes hat die Stadt sogar ein kleines Freiluft-Fitnessstudio errichtet, wo man sich zwischen den Laufrunden mit sit-ups, butterfly und lat-ziehen vergnügen kann. Diese Geräte sind auch tatsächlich nach nunmehr über einem Jahr noch intakt und scheinen vom Vandalismus weitgehend verschont zu bleiben - was mich immer wieder erstaunt.
An der Seeseite unterhalb des Steilhanges verläuft ein breiter Weg für Radfahrer und Fußgänger, eine der Hauptachsen zwischen dem Zentrum und dem nördlichen Teil der Stadt.
An diesem Weg steht auch der "Schnullerbaum" - ein Baum, der über und über mit Baby-Schnullern behängt ist. Die Kinder kommen dorthin und liefern feierlich ihre Nuckis ab, wenn sie sie nicht mehr brauchen. Sehr niedliche Szenen, die dort zeitweise zu beobachten sind.
Ich habe bisher noch nicht weiter als 5 Minuten weg vom Riis Skov gewohnt - und kann mir das auch gar nicht so recht vorstellen.
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Donnerstag, 30. Juni 2011
Århus Favourites - Vorwort
Donnerstag, 30. Juni 2011
Da heißt dieser Blog ja nun "Neuigkeiten aus Århus", und ich muss feststellen, dass ich Euch meine Wahl-Hometown eigentlich noch gar nicht so richtig
vorgestellt habe.
Das soll sich nun ändern, denn ich habe mir vorgenommen, zu versuchen Euch meine Lieblingsplätze, bzw. die bemerkenswertesten Ecken hier in der Stadt einmal ein wenig näher zu bringen.
Ich weiss noch, wie ich damals beim Bewerbungen schreiben erstmal Wikipedia zu Rate gezogen habe: Wo liegt Århus überhaupt? Man hat ja keinen Plan,
zumindest, wenn man so wie ich in Geographie schon immer eine Niete war und Dänemark nur vom Durchfahren in Richtung Norwegen kannte.
Aaalso: Århus (oder auch 'Aarhus', nicht zu verwechseln mit Aalborg, welches ein anderes, bei deutschen Touristen oft bekannteres Städtchen weiter nördlich ist), ist nach Kopenhagen die zweitgrößte Stadt Dänemarks und liegt ungefähr auf 'halber Höhe' an der Ostküste von Jütland (also rechts).
Jütland ist übrigens der große 'Zipfel', der im Norden an Schleswig-Holstein anschließt. (Ich dachte ja früher, da gäbe es ansonsten auch nicht viel mehr
Dänemark, als ein paar kleine extra Inseln). Stimmt aber nicht ganz. Östlich von Jütland gibt es noch ein paar recht große Puzzleteilchen: z. B. Fünen (da
kommt man hin, wenn man bei Kolding rechts abbiegt), und Seeland (da wo Kopenhagen und Roskilde drauf sind). Fünen und Seeland sind mit der Storebæltbrücke verbunden, und Seeland wiederum mit dem schwedischen Festland über die Øresundbrücke.
Wenn man also mit Auto oder Bahn von Århus nach Kopenhagen will, muss man erst fast 100 km an der Küste Jütlands herunter fahren, und dann einmal ganz Fünen und ganz Seeland überqueren. Das dauert so um die 3.5 Stunden.
Mit anderen Worten, Århus ist so etwas wie eine kleine Hauptstadt, wenn man in Jütland lebt. Die Stadt hat knapp 250000 Einwohner und ist damit beinahe exakt genauso groß wie Braunschweig.
Es kann sehr lebhaft sein, fühlt sich aber trotzdem ein bisschen 'provinzieller' an als BS. Es gibt eine Uni mit über 38000 Studenten, einen Industriehafen, ein weites Areal mit Vororten und Außenbezirken, und eine recht überschaubare Innenstadt. Mit dem Fahrrad ist man innerhalb von 20 Minuten eigentlich überall, wo man hinmöchte, womit es für mich persönlich eine perfekte Größe hat.
Das einzige, was an Århus manchmal nervt, ist die Tatsache, dass es so gut wie nichts drum herum gibt. Aus der Sicht eines Stadtmenschen kann man also sagen: was man hier nicht findet, findet man (außer vielleicht in Kopenhagen) nirgendwo in Dänemark. Das an sich wäre ja eigentlich nicht so schlimm, nur leider scheinen sich alle in den Kopf gesetzt zu haben, Århus als "kleinste Großstadt und gleichzeitig Nabel der Welt" zu vermarkten. Anstatt sich also mit dem Charme des Kleinen und Gemütlichen zufrieden zu geben, wird hier ständig versucht, der Welt zu beweisen, wie groß und toll Århus sein kann. Und das geht irgendwie häufig nach hinten los, weil die Menschen hier einfach keine "Großstädter" sind, und es auch meist gar nicht sein wollen. Damit stellt sich Århus irgendwie selbst ständig in den Schatten von Kopenhagen, anstatt einfach sein eigenes Ding zu machen. Vielleicht wäre es nicht so schlimm, wenn Kopenhagen nicht so weit weg wäre. Dann müsste man hier keine 'zweite Hauptstadt' mimen.
Aber genug gekrittelt! Im Grunde habe ich diese Stadt schon lange in mein Herz geschlossen, und ich will versuchen, Euch an ein paar Beispielen in den nächsten Beiträgen zu beschreiben, warum das so ist.
Vielleicht bekommt der eine oder andere ja doch noch Lust auf eine Stippvisite!
vorgestellt habe.
Das soll sich nun ändern, denn ich habe mir vorgenommen, zu versuchen Euch meine Lieblingsplätze, bzw. die bemerkenswertesten Ecken hier in der Stadt einmal ein wenig näher zu bringen.
Ich weiss noch, wie ich damals beim Bewerbungen schreiben erstmal Wikipedia zu Rate gezogen habe: Wo liegt Århus überhaupt? Man hat ja keinen Plan,
zumindest, wenn man so wie ich in Geographie schon immer eine Niete war und Dänemark nur vom Durchfahren in Richtung Norwegen kannte.
Aaalso: Århus (oder auch 'Aarhus', nicht zu verwechseln mit Aalborg, welches ein anderes, bei deutschen Touristen oft bekannteres Städtchen weiter nördlich ist), ist nach Kopenhagen die zweitgrößte Stadt Dänemarks und liegt ungefähr auf 'halber Höhe' an der Ostküste von Jütland (also rechts).
Jütland ist übrigens der große 'Zipfel', der im Norden an Schleswig-Holstein anschließt. (Ich dachte ja früher, da gäbe es ansonsten auch nicht viel mehr
Dänemark, als ein paar kleine extra Inseln). Stimmt aber nicht ganz. Östlich von Jütland gibt es noch ein paar recht große Puzzleteilchen: z. B. Fünen (da
kommt man hin, wenn man bei Kolding rechts abbiegt), und Seeland (da wo Kopenhagen und Roskilde drauf sind). Fünen und Seeland sind mit der Storebæltbrücke verbunden, und Seeland wiederum mit dem schwedischen Festland über die Øresundbrücke.
Wenn man also mit Auto oder Bahn von Århus nach Kopenhagen will, muss man erst fast 100 km an der Küste Jütlands herunter fahren, und dann einmal ganz Fünen und ganz Seeland überqueren. Das dauert so um die 3.5 Stunden.
Mit anderen Worten, Århus ist so etwas wie eine kleine Hauptstadt, wenn man in Jütland lebt. Die Stadt hat knapp 250000 Einwohner und ist damit beinahe exakt genauso groß wie Braunschweig.
Es kann sehr lebhaft sein, fühlt sich aber trotzdem ein bisschen 'provinzieller' an als BS. Es gibt eine Uni mit über 38000 Studenten, einen Industriehafen, ein weites Areal mit Vororten und Außenbezirken, und eine recht überschaubare Innenstadt. Mit dem Fahrrad ist man innerhalb von 20 Minuten eigentlich überall, wo man hinmöchte, womit es für mich persönlich eine perfekte Größe hat.
Das einzige, was an Århus manchmal nervt, ist die Tatsache, dass es so gut wie nichts drum herum gibt. Aus der Sicht eines Stadtmenschen kann man also sagen: was man hier nicht findet, findet man (außer vielleicht in Kopenhagen) nirgendwo in Dänemark. Das an sich wäre ja eigentlich nicht so schlimm, nur leider scheinen sich alle in den Kopf gesetzt zu haben, Århus als "kleinste Großstadt und gleichzeitig Nabel der Welt" zu vermarkten. Anstatt sich also mit dem Charme des Kleinen und Gemütlichen zufrieden zu geben, wird hier ständig versucht, der Welt zu beweisen, wie groß und toll Århus sein kann. Und das geht irgendwie häufig nach hinten los, weil die Menschen hier einfach keine "Großstädter" sind, und es auch meist gar nicht sein wollen. Damit stellt sich Århus irgendwie selbst ständig in den Schatten von Kopenhagen, anstatt einfach sein eigenes Ding zu machen. Vielleicht wäre es nicht so schlimm, wenn Kopenhagen nicht so weit weg wäre. Dann müsste man hier keine 'zweite Hauptstadt' mimen.
Aber genug gekrittelt! Im Grunde habe ich diese Stadt schon lange in mein Herz geschlossen, und ich will versuchen, Euch an ein paar Beispielen in den nächsten Beiträgen zu beschreiben, warum das so ist.
Vielleicht bekommt der eine oder andere ja doch noch Lust auf eine Stippvisite!
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