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Dienstag, 29. Juni 2010
Endlich Sommer
Dienstag, 29. Juni 2010
ich habe ja geglaubt, liebe Freunde, dass der Sommer dieses Jahr komplett ausbleibt, aber ich habe tatsächlich einen Sonnenbrand vom Wochenende. Das heißt zwar nicht, dass man ohne Jacke losziehen kann (das kann man hier grundsätzlich nie), aber immerhin haben wir die letzten 3 Tage endlich mal die 20 Grad überschritten. Da sieht ja gleich alles viel rosiger aus.
Bis auf den Wohnungsmarkt, denn nun ist Hochsaison für Wohnungssuchende. Nach dem Sommerferien fängt das neue Semester an, und damit quillt die Stadt über mit neuen Studenten.
Das war mir gar nicht so richtig klar, als ich mich vor ein paar Wochen entschloß, mich einmal nach einer etwas geräumigeren Wohnung umzusehen. Die aarhusienser Mietwohnungs-such-und-Findepraxis gehört zu den Dingen, bei denen man sich als Ex-Braunschweiger wirklich überwinden muss, um nicht einfach nur kopfschüttelnd und fassungslos dazustehen.
Zunächst einmal, das Suchen: es gibt so gut wie keine Wohnungsanzeigen in den Zeitungen. Man benutzt hauptsächlich einen Online-Dienst, wo man Angebote und Gesuche inserieren kann. Schön und gut, sollte man denken, allerdings muss man erstmal 50 Euro bezahlen, um zu den Wohnungsangeboten auch die Kontaktinformation angezeigt zu bekommen! Für 2 Monate. Da hab ich persönlich ja schonmal lange überlegt. Aber wie soll man sonst an eine Wohnung kommen? Selbst in einem Wochenblatt inserieren, ja, das soll laut einigen Kollegen sehr effektiv sein.
Gut, denke ich, daran soll's nicht liegen. Mhja, der 3-Zeiler hat mich schlappe 60 Euro gekostet. Ist das nicht unfassbar? Ich habe genau 5 Anrufe bekommen, von denen mir 2 eine Wohnung verKAUFEN wollten, eine 20 km außerhalb lag und einer so seltsam war, dass ich mir wie in einem Hitchcockfilm vorkam.
Der Onlinedienst ist sehr ergiebig mit Angeboten, nur leider sind die Wohnungen etwa 30 Sekunden, nachdem das Angebot eingestellt wird, schon vermietet. Mein Browser ist gar nicht schnell genug...
Etwa 3 Mal habe ich es bis zu einem Besichtigungstermin geschafft. Da werden dann um die 50 Leute in einer Polonaise duch die 2-Zimmerwohnung geschickt. Davon lassen dann etwa 48 ihre Telefonnummern da, und hoffen, dass der Vermieter sie auswählt, damit sie dann gleich beim Vertragsabschluss 3 Monatsmieten (für 55 m2 locker 850 Euro kalt) Kaution hinterlegen können, die in der Mehrzahl der Fälle nie wiedergesehen wird. Beim Einzug werden dann nochmal 3 Mieten im voraus gezahlt, aber nicht für die ersten 3 Monate, sondern für die letzten, also für die Zeit, nachdem man irgendwann wieder gekündigt hat. Dann muss man natürlich noch die eigentliche erste Warmmiete bezahlen, wobei man dann mal locker auf ... moment ... 6000 Euro kommt. Und das für eine Wohnung, wo man gleichzeitig auf dem Klo sitzen und Duschen kann. Und Strom, Internet und Fernsehen sind in der Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Puh, sagt man sich da als verwöhnter Deutscher, man möchte eigentlich gar nicht dran denken, was für einen Palast man sich für das Geld in einer Stadt wie Braunschweig leisten könnte.
Zum Glück gibt es ja auch Ausnahmen, wie zum Beispiel meine jetzige Bleibe, bei der mir erst jetzt klar wird, was für ein Glücksfall sie war. Allerdings komme ich mir nach 2 Jahren Kellerwohnung nun doch ein bisschen vor wie eine etwas kümmernde Schattenpflanze und werde mich wohl deswegen tatsächlich für Stuckdecke, Südseitenfenster, Holzdielenboden und Einbauküche entscheiden, auch wenn das Herzrhythmusstörungen bei der Mietfälligkeit mit einschließt.
Der betreffende Vermieter scheint sich einen Hauch an Bodenhaftung bewahrt zu haben, und ich rechne mir sogar Chancen aus, meine Kaution irgendwann vielleicht doch noch einmal wiederzusehen.
Tja, da hat man es wieder, andere Länder, andere Sitten...aber ich freue mich trotzdem wie ein Honigkuchenpferd darauf, zum ersten mal in der Sonne an meinem großen Südfenster unter der Stuckdecke zu sitzen, aus dem Dritten Stock auf die süße kleine Straße hinunter zu schauen, an einem duftenden Milchkaffee zu nippen und zufrieden vor mich hin zu murmeln, daß doch Geld allein überhaupt nicht glücklich macht....
Bis auf den Wohnungsmarkt, denn nun ist Hochsaison für Wohnungssuchende. Nach dem Sommerferien fängt das neue Semester an, und damit quillt die Stadt über mit neuen Studenten.
Das war mir gar nicht so richtig klar, als ich mich vor ein paar Wochen entschloß, mich einmal nach einer etwas geräumigeren Wohnung umzusehen. Die aarhusienser Mietwohnungs-such-und-Findepraxis gehört zu den Dingen, bei denen man sich als Ex-Braunschweiger wirklich überwinden muss, um nicht einfach nur kopfschüttelnd und fassungslos dazustehen.
Zunächst einmal, das Suchen: es gibt so gut wie keine Wohnungsanzeigen in den Zeitungen. Man benutzt hauptsächlich einen Online-Dienst, wo man Angebote und Gesuche inserieren kann. Schön und gut, sollte man denken, allerdings muss man erstmal 50 Euro bezahlen, um zu den Wohnungsangeboten auch die Kontaktinformation angezeigt zu bekommen! Für 2 Monate. Da hab ich persönlich ja schonmal lange überlegt. Aber wie soll man sonst an eine Wohnung kommen? Selbst in einem Wochenblatt inserieren, ja, das soll laut einigen Kollegen sehr effektiv sein.
Gut, denke ich, daran soll's nicht liegen. Mhja, der 3-Zeiler hat mich schlappe 60 Euro gekostet. Ist das nicht unfassbar? Ich habe genau 5 Anrufe bekommen, von denen mir 2 eine Wohnung verKAUFEN wollten, eine 20 km außerhalb lag und einer so seltsam war, dass ich mir wie in einem Hitchcockfilm vorkam.
Der Onlinedienst ist sehr ergiebig mit Angeboten, nur leider sind die Wohnungen etwa 30 Sekunden, nachdem das Angebot eingestellt wird, schon vermietet. Mein Browser ist gar nicht schnell genug...
Etwa 3 Mal habe ich es bis zu einem Besichtigungstermin geschafft. Da werden dann um die 50 Leute in einer Polonaise duch die 2-Zimmerwohnung geschickt. Davon lassen dann etwa 48 ihre Telefonnummern da, und hoffen, dass der Vermieter sie auswählt, damit sie dann gleich beim Vertragsabschluss 3 Monatsmieten (für 55 m2 locker 850 Euro kalt) Kaution hinterlegen können, die in der Mehrzahl der Fälle nie wiedergesehen wird. Beim Einzug werden dann nochmal 3 Mieten im voraus gezahlt, aber nicht für die ersten 3 Monate, sondern für die letzten, also für die Zeit, nachdem man irgendwann wieder gekündigt hat. Dann muss man natürlich noch die eigentliche erste Warmmiete bezahlen, wobei man dann mal locker auf ... moment ... 6000 Euro kommt. Und das für eine Wohnung, wo man gleichzeitig auf dem Klo sitzen und Duschen kann. Und Strom, Internet und Fernsehen sind in der Rechnung noch gar nicht berücksichtigt. Puh, sagt man sich da als verwöhnter Deutscher, man möchte eigentlich gar nicht dran denken, was für einen Palast man sich für das Geld in einer Stadt wie Braunschweig leisten könnte.
Zum Glück gibt es ja auch Ausnahmen, wie zum Beispiel meine jetzige Bleibe, bei der mir erst jetzt klar wird, was für ein Glücksfall sie war. Allerdings komme ich mir nach 2 Jahren Kellerwohnung nun doch ein bisschen vor wie eine etwas kümmernde Schattenpflanze und werde mich wohl deswegen tatsächlich für Stuckdecke, Südseitenfenster, Holzdielenboden und Einbauküche entscheiden, auch wenn das Herzrhythmusstörungen bei der Mietfälligkeit mit einschließt.
Der betreffende Vermieter scheint sich einen Hauch an Bodenhaftung bewahrt zu haben, und ich rechne mir sogar Chancen aus, meine Kaution irgendwann vielleicht doch noch einmal wiederzusehen.
Tja, da hat man es wieder, andere Länder, andere Sitten...aber ich freue mich trotzdem wie ein Honigkuchenpferd darauf, zum ersten mal in der Sonne an meinem großen Südfenster unter der Stuckdecke zu sitzen, aus dem Dritten Stock auf die süße kleine Straße hinunter zu schauen, an einem duftenden Milchkaffee zu nippen und zufrieden vor mich hin zu murmeln, daß doch Geld allein überhaupt nicht glücklich macht....
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Donnerstag, 10. Juni 2010
Niemand ist perfekt...
Donnerstag, 10. Juni 2010
... so hat auch das sonst liebenswerte Dänemark ein paar "Macken", die manchmal schon ein wenig anstrengend sein können.
Und da es gerade mal wieder seit 2 Tagen durchgehend in Strömen regnet und meine Stimmung entsprechend ist, werde ich nun auch mal einen Beitrag über diese nicht so schönen Nebenwirkungen des Lebens unter Dänen verfassen.
Woran man sich wirklich gewöhnen muss - und ich glaube, ich habe es immer noch nicht getan - ist die Tatsache, dass man sich hier gegenseitig einfach keinen Platz macht. Wenn einem also drei Leute nebeneinander auf dem Fussweg entgegen kommen, einen schon von weitem sehen können, macht trotzdem niemand einen Schritt zur Seite. Oder wenn sich zwei auf dem Flur unterhalten und die ganze Breite ausschöpfen. Man kann also entweder selbst ausweichen oder ständig anecken. Auf die Frage an einen Dänen nach diesem Verhalten, bekam ich die Antwort: "Naja, es kommt halt darauf an, WER da vorbei möchte. Für eine hübsche Frau würde ich schon Platz machen, aber sonst..." Das geschieht also tatsächlich bewusst, und man will damit sein Selbstbewusstsein demonstrieren. Als unhöflich wird das aber nicht empfundfen. Sehr seltsam, wenn man mich fragt...
Ein anderes Phänomen, was schon mehrfach zu leichter Mißstimmung geführt hat, ist die Art und Weise, wie hier ein Gespräch angefangen wird. Ein Beispiel: man kommt in eine gut besuchte Bar und möchte am Tresen etwas bestellen. Meine Standardvorgehensweise: ich stelle mich an die Theke und versuche, Augenkontakt mit dem Barkeeper herzustellen. Sieht er mich, ziehe ich die Augenbrauen hoch und signalisiere damit, dass ich etwas bestellen möchte. Das registriert er wiederum und wendet sich mir bei der nächstbesten Gelegenheit zu. In Dänemark: keine Chance. Man wird zwar sehr wohl wahrgenommen, und manchmal besteht auch Blickkontakt, aber der Barkeeper reagiert trotzdem nicht, so dass man sich nach einiger Zeit bewußt ignoriert fühlt. Ähnlich verhält es sich, wenn man mit jemandem sprechen möchte, der sich gerade mit einem Dritten unterhält. Wenn man nach der mir geläufigen Höflichkeit etwas beiseite steht und wartet, bis der andere reagiert, anstatt in das Gespräch hineinzuplatzen, kann man warten, bis man schwarz wird. Im Gegenteil, es wird sogar als unhöflich und verwirrend empfunden, in solchen Situationen zu lange untätig heruzustehen. Kurzum, man muss immer direkt damit losplatzen, was man möchte, egal, was der Barkeeper oder der gewünschte Gesprächspartner gerade macht. Damit hab ich noch so meine Probleme, nicht nur, weil es mir so extrem unhöflich erscheint, sondern auch, weil ich so schnell angesäuert bin, wenn jemand ganz klar registriert hat, dass ich etwas möchte, mich aber trotzdem ignoriert.
Auch, dass sie sich kein bißchen bemühen, etwas langsamer und deutlicher zu sprechen, obwohl ganz deutlich ist, dass ich mit dem Dialekt oder der Geschwindigkeit Schwierigkeiten habe, ärgert mich manchmal schon ein wenig.
Und dann ist da noch diese unsichtbare Mauer aus Fremdheit, die es sehr schwierig macht, in diese Gesellschaft wirklich hineinzukommen. Alle sind zwar nett und freundlich, aber trotzdem bleibt man immer draußen vor der Tür, man merkt immer, dass man eben doch keiner von "Dänen" ist. Zum Glück gibt es ja hier reichlich andere Fremde, mit denen man sich stattdessen zusammentun kann, und die logischerweise diese Barriere nicht haben.
Neulich wurde ich allerdings zum allerersten mal zu einem dänischen Pärchen nach Hause eingeladen. Vielleicht besteht also tatsächlich doch noch Hoffnung.... :-)
Und da es gerade mal wieder seit 2 Tagen durchgehend in Strömen regnet und meine Stimmung entsprechend ist, werde ich nun auch mal einen Beitrag über diese nicht so schönen Nebenwirkungen des Lebens unter Dänen verfassen.
Woran man sich wirklich gewöhnen muss - und ich glaube, ich habe es immer noch nicht getan - ist die Tatsache, dass man sich hier gegenseitig einfach keinen Platz macht. Wenn einem also drei Leute nebeneinander auf dem Fussweg entgegen kommen, einen schon von weitem sehen können, macht trotzdem niemand einen Schritt zur Seite. Oder wenn sich zwei auf dem Flur unterhalten und die ganze Breite ausschöpfen. Man kann also entweder selbst ausweichen oder ständig anecken. Auf die Frage an einen Dänen nach diesem Verhalten, bekam ich die Antwort: "Naja, es kommt halt darauf an, WER da vorbei möchte. Für eine hübsche Frau würde ich schon Platz machen, aber sonst..." Das geschieht also tatsächlich bewusst, und man will damit sein Selbstbewusstsein demonstrieren. Als unhöflich wird das aber nicht empfundfen. Sehr seltsam, wenn man mich fragt...
Ein anderes Phänomen, was schon mehrfach zu leichter Mißstimmung geführt hat, ist die Art und Weise, wie hier ein Gespräch angefangen wird. Ein Beispiel: man kommt in eine gut besuchte Bar und möchte am Tresen etwas bestellen. Meine Standardvorgehensweise: ich stelle mich an die Theke und versuche, Augenkontakt mit dem Barkeeper herzustellen. Sieht er mich, ziehe ich die Augenbrauen hoch und signalisiere damit, dass ich etwas bestellen möchte. Das registriert er wiederum und wendet sich mir bei der nächstbesten Gelegenheit zu. In Dänemark: keine Chance. Man wird zwar sehr wohl wahrgenommen, und manchmal besteht auch Blickkontakt, aber der Barkeeper reagiert trotzdem nicht, so dass man sich nach einiger Zeit bewußt ignoriert fühlt. Ähnlich verhält es sich, wenn man mit jemandem sprechen möchte, der sich gerade mit einem Dritten unterhält. Wenn man nach der mir geläufigen Höflichkeit etwas beiseite steht und wartet, bis der andere reagiert, anstatt in das Gespräch hineinzuplatzen, kann man warten, bis man schwarz wird. Im Gegenteil, es wird sogar als unhöflich und verwirrend empfunden, in solchen Situationen zu lange untätig heruzustehen. Kurzum, man muss immer direkt damit losplatzen, was man möchte, egal, was der Barkeeper oder der gewünschte Gesprächspartner gerade macht. Damit hab ich noch so meine Probleme, nicht nur, weil es mir so extrem unhöflich erscheint, sondern auch, weil ich so schnell angesäuert bin, wenn jemand ganz klar registriert hat, dass ich etwas möchte, mich aber trotzdem ignoriert.
Auch, dass sie sich kein bißchen bemühen, etwas langsamer und deutlicher zu sprechen, obwohl ganz deutlich ist, dass ich mit dem Dialekt oder der Geschwindigkeit Schwierigkeiten habe, ärgert mich manchmal schon ein wenig.
Und dann ist da noch diese unsichtbare Mauer aus Fremdheit, die es sehr schwierig macht, in diese Gesellschaft wirklich hineinzukommen. Alle sind zwar nett und freundlich, aber trotzdem bleibt man immer draußen vor der Tür, man merkt immer, dass man eben doch keiner von "Dänen" ist. Zum Glück gibt es ja hier reichlich andere Fremde, mit denen man sich stattdessen zusammentun kann, und die logischerweise diese Barriere nicht haben.
Neulich wurde ich allerdings zum allerersten mal zu einem dänischen Pärchen nach Hause eingeladen. Vielleicht besteht also tatsächlich doch noch Hoffnung.... :-)
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Sonntag, 30. Mai 2010
Ja, ja, wir Deutschen
Sonntag, 30. Mai 2010
Nun habe ich schon so viel über die Dänen geschrieben und noch gar nichts darüber, wie sehr man erst merkt, was eigentlich "typisch deutsch" ist, wenn man sich außerhalb Deutschlands befindet.
Auf unserer letzten Institutsparty gab es ein "Nationen-Quiz", wo aus einem Kultur-Guide namens "Behave Yourself - The essential Guide to International Etiquette" einige Beschreibungen zu bestimmten Kulturen zitiert wurden, und es zu erraten galt, um welche Nation es sich handelte. Es wurden natürlich die Länder ausgewählt, aus denen wir einen oder mehrere Vertreter in der Gruppe haben.
Da kam dann zum Beispiel das Temperament und das ausdrucksstarke Gestikulieren der Italiener, die Bierbrautradition in Tschechien, die Riesenportionen Junkfood in den USA, die Flaggenverliebtheit der Dänen, oder das "entspannte Zeitmanagement" der Spanier zur Sprache. Nun will ich versuchen, so gut ich mich noch erinnern kann, folgenden Abschnitt aus einer der Nationenbeschreibungen wiederzugeben:
"These people don't mingle. They don't go to parties to get to know new people, so don't wonder if they stand together in small groups and if it might not be easy to just join in and talk to them. [...] This is a time-dominated culture, so when it is your turn, be efficient!"
Na, wer kann damit wohl gemeint sein? Traurig aber wahr, der Groschen fiel bei mir schon nach dem ersten Satz. Ja, so sind wir wohl: kühl, distanziert, effizient und von der Zeit dominiert.
Ich bekomme auch ständig zu hören, ich sei immer so gut organisiert......wer mich kennt, braucht dazu keinen weiteren Kommentar! :-) Und ich muss zugeben, es macht mich wahnsinnig, wenn ich das Gefühl habe, es wird irgendwo unnötig Zeit verplempert und jemand kommt nicht auf den Punkt und ist..ja...einfach ineffizient....
Sind wir wirklich doch so stark von der heimatlichen Kultur geprägt? Eher nationale statt individueller Eigenschaften? Ein doch leicht erschreckender Gedanke, finde ich, aber ein bißchen stimmt es wohl.
Das einzige, wogegen ich mich wirklich verwehre, ist das Klischee, alle Deutschen würden nur und ständig den "Robot-Dance" tanzen, Ihr wisst schon, so mit diesen abgehackten Bewegungen, rechtwinklig versteifte Ellenbogen und so. Ich habe wirklich noch nie irgendwen in Deutschland so tanzen sehen...außer vielleicht im Fernsehen....aber das glaubt mir hier einfach keiner.
Aber was soll’s: so unbeliebt, wie ich immer dachte, sind wir Deutschen im Ausland gar nicht – und nachdem Lena nun gestern sogar den Grand Prix gewonnen hat, kann ja auch das Argument mit der musikalischen Retardiertheit endgültig entkräftet werden. Danke, Lena!
Auf unserer letzten Institutsparty gab es ein "Nationen-Quiz", wo aus einem Kultur-Guide namens "Behave Yourself - The essential Guide to International Etiquette" einige Beschreibungen zu bestimmten Kulturen zitiert wurden, und es zu erraten galt, um welche Nation es sich handelte. Es wurden natürlich die Länder ausgewählt, aus denen wir einen oder mehrere Vertreter in der Gruppe haben.
Da kam dann zum Beispiel das Temperament und das ausdrucksstarke Gestikulieren der Italiener, die Bierbrautradition in Tschechien, die Riesenportionen Junkfood in den USA, die Flaggenverliebtheit der Dänen, oder das "entspannte Zeitmanagement" der Spanier zur Sprache. Nun will ich versuchen, so gut ich mich noch erinnern kann, folgenden Abschnitt aus einer der Nationenbeschreibungen wiederzugeben:
"These people don't mingle. They don't go to parties to get to know new people, so don't wonder if they stand together in small groups and if it might not be easy to just join in and talk to them. [...] This is a time-dominated culture, so when it is your turn, be efficient!"
Na, wer kann damit wohl gemeint sein? Traurig aber wahr, der Groschen fiel bei mir schon nach dem ersten Satz. Ja, so sind wir wohl: kühl, distanziert, effizient und von der Zeit dominiert.
Ich bekomme auch ständig zu hören, ich sei immer so gut organisiert......wer mich kennt, braucht dazu keinen weiteren Kommentar! :-) Und ich muss zugeben, es macht mich wahnsinnig, wenn ich das Gefühl habe, es wird irgendwo unnötig Zeit verplempert und jemand kommt nicht auf den Punkt und ist..ja...einfach ineffizient....
Sind wir wirklich doch so stark von der heimatlichen Kultur geprägt? Eher nationale statt individueller Eigenschaften? Ein doch leicht erschreckender Gedanke, finde ich, aber ein bißchen stimmt es wohl.
Das einzige, wogegen ich mich wirklich verwehre, ist das Klischee, alle Deutschen würden nur und ständig den "Robot-Dance" tanzen, Ihr wisst schon, so mit diesen abgehackten Bewegungen, rechtwinklig versteifte Ellenbogen und so. Ich habe wirklich noch nie irgendwen in Deutschland so tanzen sehen...außer vielleicht im Fernsehen....aber das glaubt mir hier einfach keiner.
Aber was soll’s: so unbeliebt, wie ich immer dachte, sind wir Deutschen im Ausland gar nicht – und nachdem Lena nun gestern sogar den Grand Prix gewonnen hat, kann ja auch das Argument mit der musikalischen Retardiertheit endgültig entkräftet werden. Danke, Lena!
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