Endlich: China!
China also.
Tja, was soll ich sagen, liebe Freunde… China ist ganz anders als ich es mir vorgestellt hatte. Und in gewisser Weise hat dieser Trip mein Leben verändert…
Mal abgesehen von der Konferenz, die der eigentliche Grund für zwei Kollegen und mich war, im Mai für 2 Wochen nach China zu Reisen, hatten wir natürlich noch einiges an Programm geplant: Shanghai, Qingdao, Beijing – geht’s noch exotischer? Um alles zu beschreiben, was wir erlebt haben, bräuchte man wohl ein ganzes Buch, aber in der Zusammenfassung klingt es etwa so:
Wir haben gegessen, was auf den Tisch kam, und das beinhaltete: Quallensalat, Schweine- und Entendarm, Entenhals, Hühnerfüsse, Sehne, Knorpel, Herz, Niere, Tintenfisch, Esel, frittierten Spatz (im Ganzen zu zerkauen), Seidenspinnerlarven, Zikaden, fingerdicke Maden, Seegurke, Tang, und zu guter Letzt, ja, haben wir sogar auch noch Hund probiert!
Bis auf die Seegurke war eigentlich auch alles ziemlich lecker, oder zumindest mit irgendeinem Dip zusammen runterzukriegen. Allerdings muss ich gestehen, dass ich froh war, als die Schafstestikel, die mein russischer Kollege unbedingt noch hatte probieren wollen, dann doch an dem Tag ausverkauft waren. Ich hatte mir nämlich vorgenommen, nicht zurückzustecken, was die Abenteuerlust beim probieren von Speisen anging, und das auch recht konsequent durchgehalten (okay, zugegeben, den Hühnerfuss habe ich auch übersprungen).
Ausser dem interessanten Essen war noch sehr eindrücklich, dass man als blonde Europäerin selbst in einer Metropole wie Shanghai eine rechte Attraktion ist. Immer wieder wurde ich von chinesischen Touristen gebeten, mit auf deren Fotos zu kommen. Und auch an der Grossen Mauer bildete sich sogar ein kleiner Stau, und die Leute stellten sich tatsächlich an, um an einem besonders schönen Aussichtspunkt mit mir ein Foto zu machen. Wirklich etwas skurril, aber nach einigen Tagen hatte ich mich dann einigermassen daran gewöhnt, ständig angestarrt zu werden, und Menschen zu sehen, die sich gegenseitig anstupsten, um einander auf mich aufmerksam zu machen. Meinen Mitreisenden war es allemal ein grosser Spass, mich mit meiner plötzlichen ’Berühmtheit’ zu necken. Die hatten ja auch gut reden, den keiner von denen war blond. ☺
Wenn man in China ist, kann man wirklich viele Dinge zum ersten Mal in seinem Leben tun. Ich zum Beispie kaufte Seide, erklomm die grosse Mauer, sah Mao’s Sarg, den Kaiserpalast und die Verbotene Stadt, lernte, wie man “Danke”, “Gern geschehen” und “Bitte gib mir Bier” auf chinesisch sagt, sang Karaoke und besuchte öffentliche Toiletten ohne Türen.
All das habe ich schadlos überlebt, und bin nun wieder zu Hause mit einer Erinnerung daran, dass es da draussen so viel mehr gibt, als man sich in seiner eigenen kleinen Welt sonst so bewusst macht…

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