Kleinigkeiten
Endlich scheint der Frühling sich auch hier bei uns durchzusetzen. Nachdem mir daheim in Deutschland schon alle von 20-Grad-Nachmittagen berichten, bin ich einfach nur froh, dass ich seit ein paar Tagen ohne Schal und Mütze vor die Tür kann.
Tagsüber sind die Temperaturen nun auch schon mal zweistellig, und es ist auch um 20:00 Uhr abends noch nicht dunkel draußen - schön, das wurde auch langsam mal Zeit.

Tja, was soll ich berichten...so viel Erwähnenswertes passiert gerade nicht. Ich habe ja die Nase eh meist in der Arbeit.

Ansonsten schlage ich mich mit meiner ersten "Sonatine" am Klavier herum und muss feststellen, dass das irgendwie doppelt so schwierig ist, wie ich dachte.
Man muss sich ja nicht nur einzuprägen, wann man mit welchem Finger welcher Hand welche Taste anschlagen muss, sondern auch noch, wann genau man ihn dann auch wieder WEGnehmen muss.
So banal das klingt, ich krieg da echt die Krise: jede Hand einzeln geht völlig problemlos, aber dann, wenn mein armes Gehirn beide Hände gleichzeitig koordinieren soll....au weia....bin ich echt froh, dass ich mit Kopfhörern spiele. Das kann man ja keinem zumuten. So bekommen die Nachbarn eben nur mein regelmäßiges "Herrgottnochmal, das KANN doch nicht so schwer sein - also nochmal!" zu hören...
Und übermorgen darf sich mein armer Klavierlehrer das Gestümper dann anhören...allein dafür hat er sich sein Geld schon verdient...seufz...

Da steigt meine Bewunderung für die Leute, die das richtig können, echt ins unermeßliche. Da war ich beispielsweise vorgestern in einem Kammermusik-Konzert,...ehrlich beeindruckend, was nur vier fähige Musiker für einen Klang in so einen Saal zaubern können. Ja, Ihr habt richtig gelesen, Kammermusik. Ich leide unter keiner psychischen Verwirrung. Ich mag klassische Musik wirklich, also nicht alles, aber wer mag schon alles.
Ich werde zwar immer mal wieder ungläubig angeguckt, wenn ich erwähne, im Symphoniekonzert gewesen zu sein, und die Leute fragen, wie das denn mit meinem Metallerdasein zusammengeht. Aber ich muss sagen, das geht ganz ausgezeichnet! Die meisten Leute sehen das mit der Musik viel zu engstirnig. Und wer behauptet, ein klassisches Konzert sei langweilig, dem empfehle ich, sich mal bei Dvoraks Neunter in die erste Reihe direkt vors Orchester zu setzen. Also wer da nicht weggeblasen wird...dann weiss ich auch nicht.
Nur schade, dass das Publikum bei solchen Konzerten meist etwas steif daherkommt...
wäre doch lustig, wenn man da auch mal ein bisschen mitgehen könnte. Man darf ja nicht einmal zwischen den Sätzen klatschen - obwohl das zu der Zeit, als ein Großteil der Musik geschrieben wurde, gang und gäbe war.
Heutzutage hüsteln alle nur verlegen und gucken sich um, ob sich auch alle anderen gerade genauso vornehm und gebildet vorkommen. Sowas Albernes.

Tja, ansonsten gibt es nur die üblichen Kleinigkeiten des Alltags: ein etwas mißglückter Bananenkuchen in meiner Küche, eine Phalaenopsis mit 9 (!) offenen Blüten auf meiner Fensterbank, und ein ganz ordentlicher Muskelkater von meiner ersten richtigen Frühjahrslauftour in meinen Beinen. :-)

Liebe Grüße!

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nathalie15, 06. Apr 11
Mir geht es mit der Gitarre genauso...wenn ich dasitze und versuche so zu greifen das es wenigstens ein bisschen gut klingt, wundere ich mich immer wieder wie andere das schaffen. Und noch dazu so gut.