Schattenseiten
Freitag, 28. Januar 2011
Die Welt der Wissenschaft hat ja so ihre Besonderheiten.
An einige davon werde ich mich vermutlich nie gewöhnen, auch wenn ich mich nun auch schon einige Jahre im akademischen Universum herumtreibe. Zu den Dingen, mit denen ich mich schwer tue, gehört die relativ kurze Halbwertszeit der Kollegenzusammensetzung. Kaum hat man sich an die Gesichter um einen herum gewöhnt, sind sie auch schon wieder verschwunden. Gut, die hohe Fluktuation, die in so einer großen Abteilung wie der unseren herrscht, hat natürlich auch etwas Gutes und Interresantes für sich. Regelmäßig kommen neue Mitarbeiter, um für einige Wochen, Monate oder Jahre zum Team zu gehören. Manche bemerkt man kaum, und andere drücken schon innerhalb weniger Tage ihren ganz persönlichen Stempel aufs Arbeitsklima. Es wird nicht langweilig, und die soziale Chemie verändert sich ständig. Dazu kommt die Diversität durch die verschiedenen Herkunftsländer, die der ganzen Mischung noch eine nette Würze verleihen kann.
Manchmal fällt einem tatsächlich erst auf, dass etwas fehlt, wenn eine bestimmte Person weitergezogen ist, und plötzlich irgendwo das Salz in der Suppe fehlt. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man sich ganz unbemerkt an die Anwesenheit seiner Kollegen gewöhnt. In unserem Job „lebt“ man ja doch zu einem recht großen Anteil auf bzw. in der Arbeit, und viele verbringen mehr Zeit mit ihren Kollegen als mit Ihren Freunden oder der Familie. Trotzdem, für die meisten ist dies ja doch nur eine Zwischenstation auf ihrem Weg, und sie haben keine Intention, irgendwie Wurzeln zu schlagen. Man wird sozusagen zum „Flachwurzler“ erzogen – man schafft sich viele kleine Haltepunkte, unverbindliche Kontakte und Aktivitäten, ohne wirklich irgendwo tief einzutauchen, denn das würde zu kompliziert und schmerzhaft, wenn es irgendwann daran geht, die Sachen zu packen und weiter zu ziehen.
Man könnte zwar sagen, das sei doch toll, man kann sich auf diese Weise ein Netzwerk aus Freunden und Bekannten über den ganzen Globus aufbauen – dann hat man immer einen Platz zum Pennen, egal wo man gerade herumreist. Sicher, das ist eigentlich eine schöne Nebenwirkung unseres Jobs – das gebe ich zu. Es ist schon nett, wenn man feststellt, dass die Liste der Länder, wo man jemanden kennt, und der Sprachen, in denen man „Prost!“ oder „Herrgottnochmal, der Kaffe ist ja schon wieder alle!“ sagen kann, mit den Jahren immer länger wird.
Und trotzdem sitze ich jetzt gerade im Büro, schaue auf einen leergeräumten Schreibtisch in der Ecke neben mir...und bin traurig.
An einige davon werde ich mich vermutlich nie gewöhnen, auch wenn ich mich nun auch schon einige Jahre im akademischen Universum herumtreibe. Zu den Dingen, mit denen ich mich schwer tue, gehört die relativ kurze Halbwertszeit der Kollegenzusammensetzung. Kaum hat man sich an die Gesichter um einen herum gewöhnt, sind sie auch schon wieder verschwunden. Gut, die hohe Fluktuation, die in so einer großen Abteilung wie der unseren herrscht, hat natürlich auch etwas Gutes und Interresantes für sich. Regelmäßig kommen neue Mitarbeiter, um für einige Wochen, Monate oder Jahre zum Team zu gehören. Manche bemerkt man kaum, und andere drücken schon innerhalb weniger Tage ihren ganz persönlichen Stempel aufs Arbeitsklima. Es wird nicht langweilig, und die soziale Chemie verändert sich ständig. Dazu kommt die Diversität durch die verschiedenen Herkunftsländer, die der ganzen Mischung noch eine nette Würze verleihen kann.
Manchmal fällt einem tatsächlich erst auf, dass etwas fehlt, wenn eine bestimmte Person weitergezogen ist, und plötzlich irgendwo das Salz in der Suppe fehlt. Es ist schon erstaunlich, wie sehr man sich ganz unbemerkt an die Anwesenheit seiner Kollegen gewöhnt. In unserem Job „lebt“ man ja doch zu einem recht großen Anteil auf bzw. in der Arbeit, und viele verbringen mehr Zeit mit ihren Kollegen als mit Ihren Freunden oder der Familie. Trotzdem, für die meisten ist dies ja doch nur eine Zwischenstation auf ihrem Weg, und sie haben keine Intention, irgendwie Wurzeln zu schlagen. Man wird sozusagen zum „Flachwurzler“ erzogen – man schafft sich viele kleine Haltepunkte, unverbindliche Kontakte und Aktivitäten, ohne wirklich irgendwo tief einzutauchen, denn das würde zu kompliziert und schmerzhaft, wenn es irgendwann daran geht, die Sachen zu packen und weiter zu ziehen.
Man könnte zwar sagen, das sei doch toll, man kann sich auf diese Weise ein Netzwerk aus Freunden und Bekannten über den ganzen Globus aufbauen – dann hat man immer einen Platz zum Pennen, egal wo man gerade herumreist. Sicher, das ist eigentlich eine schöne Nebenwirkung unseres Jobs – das gebe ich zu. Es ist schon nett, wenn man feststellt, dass die Liste der Länder, wo man jemanden kennt, und der Sprachen, in denen man „Prost!“ oder „Herrgottnochmal, der Kaffe ist ja schon wieder alle!“ sagen kann, mit den Jahren immer länger wird.
Und trotzdem sitze ich jetzt gerade im Büro, schaue auf einen leergeräumten Schreibtisch in der Ecke neben mir...und bin traurig.
