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Mittwoch, 15. August 2012
'Licht...ich brauch mehr Licht!'
Mittwoch, 15. August 2012
"Lichtquelle" klingt doch irgendwie viel sympathischer als "Strahlungsquelle", oder?
Ja, das finde ich auch, und das ist auch sicherlich der Grund, weshalb die Teilchenbeschleuniger dieser Welt oft irgendwas mit "light source" heißen. Klingt dann nicht so unheimlich. Ausserdem kann man in den Namen noch ein paar verschachtelte Akronyme einbauen, dann versteht sowieso kein Normalsterblicher mehr, um was für eine Anlage es sich eigentlich handelt. Genau wie das LCLS in Stanford, Kalifornien. LCLS steht für 'LINAC Coherent Light Source' wobei LINAC wiederum für 'linear accelerator' steht.
Das LCLS ist ein FEL, schon wieder so eine Abkürzung. FEL heißt 'Free Electron Laser'. Alles klar?
Schon okay, ich hab auch noch nicht ganz verstanden, wie das Ding funktioniert, aber man muss sich einfach ein seeeeeeeehr helles, sehr kurzwelliges Licht vorstellen - also Röntgenstrahlen. Und mit seeeeeeeehr hell meine ich ungefähr so: man stelle sich all das Licht vor, das die Sonne an einem Sommertag auf den ganzen Erdball strahlt, und dann bündelt man dieses Licht auf zwei Quadratmillimeter Fläche zusammen. Hell halt.
Dieses Licht kommt also dort am LCLS aus einer 3 km langen Röhre raus, und zwar nicht kontinuierlich, sondern in kurzen Lichtblitzen. Und mit kurz meine ich sowas wie 50 Femtosekunden. Das ist eine zwanzigtausend-milliardstel Sekunde, ein Zeitraum, in dem man mit Lichtgeschwindigkeit etwa die Hälfte eines Haardurchmessers weit kommen würde (von der Erde bis zum Mond und zurück bräuchte man etwa 2.5 Sekunden).
Kann man sich sowieso nicht vorstellen, ich hab's schon versucht.
Auch egal, jedenfalls wurde mir die Ehre zuteil, zu einem Team zu gehören, das drei Tage Messzeit an dieser Anlage für unsere Forschung nutzen durfte. Um diese drei Tage (und eine Woche Vorbereitung) in Kürze zusammenzufassen (was eigentlich unmöglich ist): es war sehr intensiv, spannend, kompliziert, anstrengend, aufregend, beeindruckend, stressig, fantastisch, furchtbar und klasse gleichzeitig. Was wir vorhatten hat sogar teilweise recht gut funktioniert und es war eine großartige Erfahrung.
Freizeit gab es zwar kaum, aber an einem Abend während der Vorbereitungswoche haben wir es uns doch nicht nehmen lassen, auf ein Konzert nach San Francisco zu fahren. Denn wie der Zufall es wollte, spielte meine Lieblingsband genau an diesem Wochenende im Warfield Theater - und solch einen Wink den Schicksals darf man natürlich nicht unbeantwortet lassen!
Ja, das finde ich auch, und das ist auch sicherlich der Grund, weshalb die Teilchenbeschleuniger dieser Welt oft irgendwas mit "light source" heißen. Klingt dann nicht so unheimlich. Ausserdem kann man in den Namen noch ein paar verschachtelte Akronyme einbauen, dann versteht sowieso kein Normalsterblicher mehr, um was für eine Anlage es sich eigentlich handelt. Genau wie das LCLS in Stanford, Kalifornien. LCLS steht für 'LINAC Coherent Light Source' wobei LINAC wiederum für 'linear accelerator' steht.
Das LCLS ist ein FEL, schon wieder so eine Abkürzung. FEL heißt 'Free Electron Laser'. Alles klar?
Schon okay, ich hab auch noch nicht ganz verstanden, wie das Ding funktioniert, aber man muss sich einfach ein seeeeeeeehr helles, sehr kurzwelliges Licht vorstellen - also Röntgenstrahlen. Und mit seeeeeeeehr hell meine ich ungefähr so: man stelle sich all das Licht vor, das die Sonne an einem Sommertag auf den ganzen Erdball strahlt, und dann bündelt man dieses Licht auf zwei Quadratmillimeter Fläche zusammen. Hell halt.
Dieses Licht kommt also dort am LCLS aus einer 3 km langen Röhre raus, und zwar nicht kontinuierlich, sondern in kurzen Lichtblitzen. Und mit kurz meine ich sowas wie 50 Femtosekunden. Das ist eine zwanzigtausend-milliardstel Sekunde, ein Zeitraum, in dem man mit Lichtgeschwindigkeit etwa die Hälfte eines Haardurchmessers weit kommen würde (von der Erde bis zum Mond und zurück bräuchte man etwa 2.5 Sekunden).
Kann man sich sowieso nicht vorstellen, ich hab's schon versucht.
Auch egal, jedenfalls wurde mir die Ehre zuteil, zu einem Team zu gehören, das drei Tage Messzeit an dieser Anlage für unsere Forschung nutzen durfte. Um diese drei Tage (und eine Woche Vorbereitung) in Kürze zusammenzufassen (was eigentlich unmöglich ist): es war sehr intensiv, spannend, kompliziert, anstrengend, aufregend, beeindruckend, stressig, fantastisch, furchtbar und klasse gleichzeitig. Was wir vorhatten hat sogar teilweise recht gut funktioniert und es war eine großartige Erfahrung.
Freizeit gab es zwar kaum, aber an einem Abend während der Vorbereitungswoche haben wir es uns doch nicht nehmen lassen, auf ein Konzert nach San Francisco zu fahren. Denn wie der Zufall es wollte, spielte meine Lieblingsband genau an diesem Wochenende im Warfield Theater - und solch einen Wink den Schicksals darf man natürlich nicht unbeantwortet lassen!
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Man is' ja Kosmopolit...
Mittwoch, 15. August 2012
So viel auf Reisen war ich schon lange nicht mehr, und das will schon was heißen. Und da von unterwegs bloggen ist nicht so mein Ding ist (man will ja schließlich nicht die Hälfte der Reisezeit vorm Bildschirm hocken), kommt jetzt der Reisebericht nachträglich und in Etappen.
Reiseetappen gab es vier, im Laufe von dreieinhalb Wochen: Stanford - Honolulu - Boston - Lewiston (und dann nochmal Boston). Wie exotisch das schon klingt...
Es sind diese Zeiten, in denen es einfach keinen besseren Job als den meinen gibt, wann hat man sonst schon die Möglichkeit (und den Geldbeutel), eine solch wilde Reise anzugehen?
Gut, man darf allerdings auch nicht vergessen, dass man ja dann auch zum Arbeiten dort ist, und man oft kaum etwas jenseits von Konferenzräumen und Laborgebäuden vom Reiseziel mitbekommt.
In diesem Fall habe ich über mehrere Tage hinweg eigentlich gar kein Tageslicht gesehen - aber eins nach dem anderen...
Reiseetappen gab es vier, im Laufe von dreieinhalb Wochen: Stanford - Honolulu - Boston - Lewiston (und dann nochmal Boston). Wie exotisch das schon klingt...
Es sind diese Zeiten, in denen es einfach keinen besseren Job als den meinen gibt, wann hat man sonst schon die Möglichkeit (und den Geldbeutel), eine solch wilde Reise anzugehen?
Gut, man darf allerdings auch nicht vergessen, dass man ja dann auch zum Arbeiten dort ist, und man oft kaum etwas jenseits von Konferenzräumen und Laborgebäuden vom Reiseziel mitbekommt.
In diesem Fall habe ich über mehrere Tage hinweg eigentlich gar kein Tageslicht gesehen - aber eins nach dem anderen...
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