Dienstag, 15. März 2011
Sprachgemisch...
So, nach dem kleinen Exkurs ins Dänische, als kleinen Gruß an diejenigen meiner lieben Kollegen, die sich sogar die Mühe machen, den Google-Translater zu benutzen, um meinen Blog zu verfolgen, geht es nun wieder in den sicheren und heimischen Gefilden der Muttersprache weiter.

Ich entschuldige mich bei allen, die den letzten Beitrag nicht verstehen konnten - man kann es ja leider nicht allen recht machen.
Es ging mal wieder um eine meiner vielen Stilblüten, die mich immernoch davon abhalten, in beruflichen Dingen Dänisch zu sprechen. Das ist einfach zu gefährlich, denn es gibt zu viele 'falsche Freunde', also Worte, die sich ähnlich anhören, aber ganz unterschiedliche Bedeutungen haben.
Manchmal sind die aber auch einfach nur richtig lustig: ;-)

Ein paar Beispiele:

- 'blød' heißt 'weich', und nicht 'blöd', also kann man z.B. "Ekstra blød vingummi" kaufen.

- 'fik' heißt 'bekam', und nicht....naja... Auf Schwedisch heißt 'ficka' übrigens 'Tasche' - also hat meine Kollegin immer ein 'Fickordbog', ein 'Taschenwörterbuch', auf dem Schreibtisch liegen; es gibt übrigens auch eine 'Ficklampa' (Taschenlampe)...

- 'gift' heißt 'verheiratet', also kann man jemanden fragen: "Er du gift?" - "Bist du verheiratet?"

- 'sprød' heißt 'knusprig' und nicht 'spröde', also wird auf Chipstüten mit "super sprøde chips" geworben.

- 'fordel' heißt 'Vorteil', und 'bag-' kann 'nach-' heißen, aber 'bagdel' heißt nicht 'Nachteil', sondern 'Hinterteil'....

- und natütlich der Klassiker: 'gammel' heißt ganz wertfrei 'alt'. Man kann also von einem 'gammelt hus' (alten Haus) schwärmen, oder jemanden allen ernstes fragen, wie 'gammel' er eigentlich ist. :-)

Naja, und dann gibt es ja noch die Worte, die eindeutig den gleichen Ursprung haben, aber einfach in einer der beiden Sprachen inzwischen völlig veraltet sind.
Beispielsweise heißt 'krank' auf Dänisch 'syg' - und ich konnte mir lange keinen Reim darauf machen, woher das Wort wohl kommt. Bis ich lernte, dass 'Krankheit' 'Sygdom' heißt, und da fiel der Groschen: das muss ja wohl von 'Siechtum' kommen. Wie komisch das doch klingt: ich bin siech, ich muss ins Siechhaus...

Oder wo ich auch so lachen musste: was bei uns inzwischen universal als 'Labello' bezeichnet wird, heißt hier 'læbepomade' - also 'Lippenpomade'.
Urgs, klingt in meinen Ohren ja nicht gerade appetitlich, da muss ich immer an alte Männer mit schmierigen Haaren denken....

Und manche Ausdrücke sind wiederum so ähnlich, dass es fast schon erschreckend ist, es gibt zum Beispiel den 'Bjørnetjeneste', also den 'Bärendienst', den man jemandem erweisen kann, oder die 'Agurketid', die 'Saure-Gurken-Zeit', den 'Prygelknabe', und das geht bis hin zu Sprichwörtern wie "Schuster, bleib bei deinen Leisten"
(Skomager, bliv ved din læst...obwohl...ist das nicht vielleicht sogar aus einem von Andersen's Märchen?) und so weiter.
Ist schon erstaunlich...

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