Donnerstag, 21. Oktober 2010
Einzug (erst ich, dann der Herbst)
Nun sind doch schon wieder einige Monate ins Land gegangen, seit dem letzten Eintrag, und einiges ist in der Zwischenzeit passiert.

Ich bin endlich umgezogen, in eine wunderschöne, helle Wohnung nahe der Innenstadt. Der Umzug war anstrengend und stressig, denn eigentlich waren es zwei Umzüge, ein dänischer und ein deutscher.
Aber nun, nach knapp 2 Monaten in der neuen Bleibe ist so langsam alles an seinem Platz und es es fängt an, sich wie zu Hause anzufühlen.
Nach einem Extra-Tutorial beim letzten Freitagsbierchen mit den dänischen Kollegen kann ich nun sogar den Namen der Straße halbwegs richtig aussprechen. :-)

Dem größten Umzugsstress bin ich sowieso nach einer Woche gleich erstmal in den Urlaub entflohen, 11 Tage Sizilen - herrlich! Mit einer Muttersprachlerin als Begleitung, habe ich zum ersten Mal die Bequemlichkeit erlebt, im Urlaub nicht sprechen zu müssen. Also jedenfalls nicht mit Fremden. Als jemand, der aufgrund einer mir auf mysteriöse Weise in die Wiege gelegten Fremdsprachbegabung sonst immer vorgeschickt wird, war das mal ein völlig neues Gefühl. Aber ich muss sagen, daneben stehen und freundlich-dümmlich lächeln hat auch seinen Reiz...
Ein paar Schnorcheltouren, navigatorische Meisterleistungen, antike Tempeleroberungen und Kirchenmarathons später war dann leider alles schon wieder vorbei, und zusammen mit dem kühlen Nieselregen auf dem Rollfeld des Billunder Flughafens kriecht dann auch schon wieder die Realität des Alltags und des anstehenden Herbstes durch die noch mit Sand- und Salzresten durchsetzte Kleidung.

Tja, nun ist schon wieder Oktober und das Außenthermometer zeigte heute morgen triumphierend 2.0 Grad an.
Aber wenigstens scheint dazu die Sonne – und mehr kann man ja eigentlich kaum verlangen.

Mein Klavierlehrer ist im Sommer weggezogen, und so muss ich mich nun erstmal alleine ans Einstudieren der Weihnachtslieder machen – was nicht wirklich gut funktioniert. Nicht, weil ich nicht genug üben würde, nein, ich sitze nach wie vor jeden Morgen eine halbe Stunde vor den Tasten. Aber so ohne Anleitung ist das doch recht ineffektiv. So hoffe ich, bald wieder jemanden zu finden, der mir Unterricht erteilen kann.

Soviel erstmal wieder als kleines Update. Mit abnehmender Tageslänge und zunehmender Stubenhockwetterlage werde ich sicher wieder häufiger zum Schreiben kommen.

Nun denn, liebe Freunde, passend zur Herbstwetterlage schwirrt mir ein Song von Element of Crime im Kopf herum – wer noch auf der Suche nach komprimierter Melancholie für den Winter ist, dem kann ich diese Band nur ans Herz legen.

„Über Nacht kamen die Wolken
Und ich habs nicht mal gemerkt

Schon sind am ersten Straßenbaum
Die ersten Blätter verfärbt

Ich will immer soviel erleben
Und verschlafe doch nur die Zeit

Und kaum daß ich einmal nicht müde bin
Ist der Sommer schon wieder vorbei.“

In diesem Sinne, nutzet die Sonnenstunden, bald wird die Uhr zurückgedreht!

Eure Maike

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