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Sonntag, 18. April 2010
'Kings and Queens' der Straße
Sonntag, 18. April 2010
Hach, meine lieben Freunde, es ist schon wieder so viel passiert, dass ich gar nicht weiß, wo ich anfangen soll.
Wo war ich? Ach ja, Frühling, Motorrad fahren!
Ja, das habe ich auch gemacht, letzten Samstag. Um nicht ziellos in der Gegend herumzudüsen, bin ich zu einer Reptilienbörse in Hedensted gefahren, etwa 60 km südlich von Århus. Zu versuchen, „Hedensted“ auf Dänisch auszusprechen, ist übrigens eine echte Herausforderung, vor allem, wenn man dabei nicht ausgesprochen retardiert aussehen möchte. Das dänische „d“ entspricht einem Laut, der ungefähr auf halbem Wege zum englischen „th“ verhungert ist. Oder, mit anderen Worten: man versuche, ein „L“ zu sprechen, aber dabei die Zungenspitze nicht oben an den Gaumen zu bewegen, sondern unten im Mund zu lassen. Heraus kommt ein Laut, der etwa wie „hwll“ mit einem Mund voll Kartoffelchips klingt. Irgendwie neigt man dann auch noch dazu, den Unterkiefer etwas nach vorne zu schieben, was dann zu dem erwähnten dämlichen Gesichtsausdruck führt. Und das „e“ klingt für deutsche Ohren in diesem Zusammenhang eher wie ein „i“. Naja, lange Rede, kurzer Sinn, ich bin also Samstag nach „Hihwllinnstihwll“.
Das Wetter war traumhaft, vielleicht noch ein klein bisschen zu kalt, wegen des recht starken Windes, aber die Sonne war traumhaft.
Die Börse war nett, man kennt das ja: viele tätowierte Typen, Kinder die stolz mit abgestumpften Königspythen auf dem Arm herumlaufen…aber es gab auch ein paar echte Highlights. Beispielsweise bin ich ganz unerwartet auf einen Anbieter gestoßen, der Nachzuchten von Oreocryptophis porphyracea laticintus dabei hatte, eine wunderschöne kleine Bambusnatter, die mich doch sehr in Versuchung gebracht hat, da ich diese Art schon immer habe halten wollen.
Ich bin aber hart geblieben und nach einer Portion fettreduzierter Pommes (die Dänen sind ja so unfassbar gesundheitsbewußt) wieder in Richtung Heimat gedüst. Kurz vor Århus habe ich noch an einem beliebten Ausflugsziel am Strand ein Päuschen eingelegt und ein Eis gegessen. An dem kleinen Parkplatz war ein reges Treiben, alle wollten die schöne Spätnachmittagssonne genießen. So kam es, dass ich mit zwei anderen Bikern ins Gespräch kam. Ihren Rückenaufnähern zufolge gehörten sie zu einem MC namens „Kings and Queens Århus“, was mir sofort sympathisch war – und auch so typisch dänisch, denn Gleichstellung der Geschlechter ist hier eins der höchsten Güter. :-)
Sie entpuppten sich als sehr nett, eigentlich ganz brave Familienmenschen, die den Winter damit verbracht hatten, sich ein Club-Quartier auszubauen und einzurichten. Spontan luden sie mich auf eine Besichtigung und eine Tasse Kaffe im Clubhaus ein, und so flitzten wir bald darauf in ein Industriegebiet kurz vor den Toren der Stadt. So kam es, dass ich den Rest des Nachmittages mit nettem Geplauder, gutem Kaffee, Dart und Motorradfachgesimpel verbrachte und nun meine Liste der Leute, die ich hier außerhalb der Arbeit kenne, auf etwa 6 erweitern kann. Schön!
So, nun könnte ich noch von unserer Instituts-Oster/Frühlingsparty berichten, und wie ich vorgestern mit Tom Steitz, einem der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger ein Bierchen aus der Flasche getrunken und nett geplaudert habe, aber das mache ich dann beim nächsten Mal.
Dem isländischen Vulkan sei Dank, bleibt er nämlich noch ein paar Tage länger bei uns zu Gast, so dass sich vielleicht noch mehr spannende Anekdoten zutragen werden. Ehrfurcht lass nach!
Wo war ich? Ach ja, Frühling, Motorrad fahren!
Ja, das habe ich auch gemacht, letzten Samstag. Um nicht ziellos in der Gegend herumzudüsen, bin ich zu einer Reptilienbörse in Hedensted gefahren, etwa 60 km südlich von Århus. Zu versuchen, „Hedensted“ auf Dänisch auszusprechen, ist übrigens eine echte Herausforderung, vor allem, wenn man dabei nicht ausgesprochen retardiert aussehen möchte. Das dänische „d“ entspricht einem Laut, der ungefähr auf halbem Wege zum englischen „th“ verhungert ist. Oder, mit anderen Worten: man versuche, ein „L“ zu sprechen, aber dabei die Zungenspitze nicht oben an den Gaumen zu bewegen, sondern unten im Mund zu lassen. Heraus kommt ein Laut, der etwa wie „hwll“ mit einem Mund voll Kartoffelchips klingt. Irgendwie neigt man dann auch noch dazu, den Unterkiefer etwas nach vorne zu schieben, was dann zu dem erwähnten dämlichen Gesichtsausdruck führt. Und das „e“ klingt für deutsche Ohren in diesem Zusammenhang eher wie ein „i“. Naja, lange Rede, kurzer Sinn, ich bin also Samstag nach „Hihwllinnstihwll“.
Das Wetter war traumhaft, vielleicht noch ein klein bisschen zu kalt, wegen des recht starken Windes, aber die Sonne war traumhaft.
Die Börse war nett, man kennt das ja: viele tätowierte Typen, Kinder die stolz mit abgestumpften Königspythen auf dem Arm herumlaufen…aber es gab auch ein paar echte Highlights. Beispielsweise bin ich ganz unerwartet auf einen Anbieter gestoßen, der Nachzuchten von Oreocryptophis porphyracea laticintus dabei hatte, eine wunderschöne kleine Bambusnatter, die mich doch sehr in Versuchung gebracht hat, da ich diese Art schon immer habe halten wollen.
Ich bin aber hart geblieben und nach einer Portion fettreduzierter Pommes (die Dänen sind ja so unfassbar gesundheitsbewußt) wieder in Richtung Heimat gedüst. Kurz vor Århus habe ich noch an einem beliebten Ausflugsziel am Strand ein Päuschen eingelegt und ein Eis gegessen. An dem kleinen Parkplatz war ein reges Treiben, alle wollten die schöne Spätnachmittagssonne genießen. So kam es, dass ich mit zwei anderen Bikern ins Gespräch kam. Ihren Rückenaufnähern zufolge gehörten sie zu einem MC namens „Kings and Queens Århus“, was mir sofort sympathisch war – und auch so typisch dänisch, denn Gleichstellung der Geschlechter ist hier eins der höchsten Güter. :-)
Sie entpuppten sich als sehr nett, eigentlich ganz brave Familienmenschen, die den Winter damit verbracht hatten, sich ein Club-Quartier auszubauen und einzurichten. Spontan luden sie mich auf eine Besichtigung und eine Tasse Kaffe im Clubhaus ein, und so flitzten wir bald darauf in ein Industriegebiet kurz vor den Toren der Stadt. So kam es, dass ich den Rest des Nachmittages mit nettem Geplauder, gutem Kaffee, Dart und Motorradfachgesimpel verbrachte und nun meine Liste der Leute, die ich hier außerhalb der Arbeit kenne, auf etwa 6 erweitern kann. Schön!
So, nun könnte ich noch von unserer Instituts-Oster/Frühlingsparty berichten, und wie ich vorgestern mit Tom Steitz, einem der diesjährigen Chemie-Nobelpreisträger ein Bierchen aus der Flasche getrunken und nett geplaudert habe, aber das mache ich dann beim nächsten Mal.
Dem isländischen Vulkan sei Dank, bleibt er nämlich noch ein paar Tage länger bei uns zu Gast, so dass sich vielleicht noch mehr spannende Anekdoten zutragen werden. Ehrfurcht lass nach!
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