Donnerstag, 12. Februar 2009
Dänischer Humor...
... ist zu Beginn etwas kompliziert, weil sehr ironisch. Man braucht eine Weile, bis man begreift, dass eigentlich das Gegenteil von den gemeint ist, was gesagt wird.
Andereseits ist es in so einer wild zusammengewürfelten Nationalitätenmischung wie meiner Arbeitsgruppe sowieso schwierig, auf einen Humor zu kommen, den alle lustig finden.
Wenn sich alles in einer fremden Sprache abspielt, ist ja leider der Wortwitz das erste, was abhanden kommt; entweder, weil man es selbst in der fremden Sprache einfach nicht hinkriegt, oder, weil einen dann keiner mehr versteht.
Ich selbst verwandle mich auf Englisch - jedenfalls kommt es mir so vor - in ein komplett humorloses, dröges Wesen - einfach, weil man nicht witzig sein kann, wenn man vorher immer erst so lange überlegen muss...oder wenn man mal versucht, zu improvisieren, geht garantiert etwas schief!
Kürzlich habe ich mich mal wieder im Wort vertan und als Resultat etwas völlig Sinnloses von mir gegeben. Ich wollte sagen, dass meine Zimmerpflanze so 'dahinkrepelt', und hab das ertstbeste Wort verwendet, was mir irgendwie zu 'krepeln' eingefallen ist - und hab also behauptet, meine Zimmerpflanze sei 'quite creepy'. Als mein amerikanischer Kollege etwas irritiert reagiert, schlage ich's dann doch mal nach und stelle fest, dass ich behauptet habe, meine Zimmerpflanze sei ziemlich 'gruselig'. Naja, sowas passiert mir ständig - die Reaktionen auf das, was ich sage wollen einfach nicht so ausfallen, wie ich es mir ausgerechnet habe. Und einmal, in einer ähnlichen Situation, hab ich auf des Amerikaners' Stirngerunzle nur etwas beleidigt zurückgemault, dass ER es ja einfach hätte - schliesslich würden wir uns hier alle mit seiner Sprache herumschlagen, er bräuchte ja nichts weiter zu tun, nicht mal irgend eine fremde Sprache zu lernen. Wow, hatte ich's ihm aber mal gegeben! Ständig dieses Herumgereite auf kleinen Patzern in der Wortwahl oder von irgendwelchen (zugegebenermassen schlecht recherchierten Slang-Ausdrücken). Nicht mal 'by the way' darf man als 'übrigens' verwenden, weil das vom gemeinen Amerikaner als 'was redest denn Du für einen Quatsch' aufgefasst wird. Pah, er sollte sich was schämen!
Na, seine Antwort auf meinen Ausbruch war überraschend. Er sagte: "Ha, das glaubst aber auch nur Du, dass das 'Fremdsprache-sprechen' das einzige ist, was einen humormäßig isoliert. Wenn ich den perfekten Witz mache, bei dem sich bei mir zu Hause alle vor Lachen biegen und von den Stühlen fallen würden, da bekomme ich hier nur verständnislose Blicke. Mir geht's doch genauso. Ist ja kein anderer Muttersprachler hier."
Tja, so überaschend diese Antwort war - ich musste zugeben, dass er recht hatte. Es ist ja kein Stück besser - vielleicht ja sogar noch frustrierender - wenn einem so richtig gute Situationskomik einfällt....und keiner merkt's....
Ich frage mich nur, wie lange es wohl noch dauert, bis es endlich auch mit dem fremdsprachigen Humor klappt. Vielleicht komm ich da ja auch nie hin - aber der Gedanke ist zu entmutigend, um ihn zu Ende zu denken!

Manchmal gibt es allerdings doch auch universales Gelächter, zum Beispiel, als ein chinesischer Kollege - getreu unserer ungeschriebenen Regel - nach einem Heimurlaub chinesische Knabbereien mitgebracht hatte. Das besagte 'Gebäck' war etwas gewöhnungsbedürftig (ich hab es nicht oft, dass ich mich beim besten Willen nicht zum aufessen zwingen kann, aber die Mischung aus Esspapier und altem Fisch ging einfach nicht). Wir sitzen also zu mehreren am Tisch, und keiner kann sich so richtig für die Knabberei erwärmen. Da fragt der Schwede einen anderen chinesischen Kollegen, der gerade dabei sitzt: "Wo kommt das Zeug her, kennst Du die Gegend?"
- "Ja, diese Region in China ist berühmt für ihre Kekse und für schöne Frauen."
Darauf ein Däne: "Naja, also wenn Ihr das für richtig gutes Gebäck haltet, dann möchte ich die Frauen ja lieber nicht sehen..."

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