Dienstag, 3. Juni 2008
Ehrfurcht lass nach
Aus gegebenem Anlass muss ich heute noch einen zweiten Beitrag schreiben - alle Nicht-Wissenschaftler können diese Zeilen getrost überspringen, aber allen anderen muss ich berichten: Soeben habe ich meinen ersten Nobelpreisträger live und in Farbe gesehen! Und das ganz ohne Lindau-Meeting...:-)
Sir John E. Walker, der die Struktur der ATP-Synthase gelöst hat, hat heute die Gruppe besucht. Aus naheliegenden Gründen hab ich nur stumm zugehört, als einer der Doktoranden (der übrigens bereits Erstautor eines Nature-Papers ist...) ihm seine Ergebnisse vorgestellt hat.
Ein Blick ins Instituts-Vortragsprogramm sagte mir anschließend, dass es hier offenbar öfter mal solch hochkarätige Gäste gibt: nächstens kommt einer der Forscher aus New York, die das Influenza-Virus von 1918 rekonstituiert haben und die Mechanismen seiner Spezifität herausgefunden haben, und zwei Wochen später ist Thomas Czech da, auch Nobelpreisträger, nämlich einer der Entdecker der enzymatischen Aktivität von RNA.

Wow....

Beeindruckte Grüße!

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren





Ein Labor ist ein Labor ist ein Labor
Gestern war ja nun Montag und mein erster Arbeitstag. Und schon nach wenigen Stunden unter den neuen Kollegen kann ich verzeichnen, dass einige Dinge überall gleich sind. So hat beispielsweise mein Einstandskuchen, der in dem Mini-Ofen meiner neuen Wohnung gründlich missraten ist, trotzdem regen Absatz gefunden und war innerhalb kürzester Zeit verputzt. Außerdem bin ich – ohne wirklich zu wissen, wie mir geschah – mal wieder Teil eines Staffellauf-Teams geworden. Drittens wurde beim Group-Meeting die allgemeine Sauberkeit und Ordnung im Labor angemahnt. Und zu guter Letzt wurde mir vom Chef aufgetragen, doch mal eben an irgend einen mir völlig unbekannten Menschen in Kopenhagen eine Email zu schreiben und mich nach Projektdaten zu erkundigen. Na, wem von den Doktoranden unter den Lesern kommt das alles nicht bekannt vor?

Aber es gibt auch Dinge, über die ich mich wirklich „beömmeln“ kann: wenn zum Beispiel am Straßenrand ein dicker Pumpwagen steht, der in dicken Lettern und mit vollem Ernst die Aufschrift „KLOAK-Service“ trägt, oder man einen Hamburger mit „Ekstra“ Käse bestellen kann.
Dänisch ist schon eine coole Sprache, und ich muss wirklich feststellen, dass ich durchweg auf große Begeisterung stoße, sobald ich einen – meist noch recht kläglichen – Versuch starte, meine drei Worte Dänisch an den Mann oder die Frau zu bringen.
Aber das wird schon noch. Gestern mittag hatte ich ein triumphales Erlebnis, denn ich habe die Frau an der Kantinenkasse verstanden, die zweiunddreißig Kronen von mir haben wollte, was soviel heißt wie „toogtredive kroner“ und in etwa ausgesprochen wird wie „tohortrallwekronah“, und das mit einer heißen Kartoffel im Mund. Sowas macht doch Mut!

Und obwohl ich den Luxus genieße, ARD, ZDF und sogar (!!!) NDR Fernsehen (was für eine Bereicherung) zu Hause empfangen zu können, gefällt es mit jetzt schon, auf den dänischen Kanälen die Spielfilme im Originalton zu sehen. Also, Englisch meine ich jetzt. ;-)

Nun denn, das soll es erst einmal wieder gewesen sein, weitere Eindrücke werden folgen.

Viele liebe Grüße!

Permalink (0 Kommentare)   Kommentieren